Nach Ceuta: Die Drittstaatenlösung muss jetzt kommen!

Die Ereignisse von Ceuta mit zahlreichen Toten zeigen erneut: Das gegenwärtige europäische Migrationssystem ist humanitär und politisch nicht tragfähig. Menschen dürfen nicht ihr Leben auf gefährlichen Fluchtrouten riskieren müssen, um einen Antrag auf Schutz stellen zu können.

Europa braucht deshalb jetzt eine wirksame Drittstaatenlösung.

Asylverfahren müssen künftig auch in sicheren Drittstaaten außerhalb der EU durchgeführt werden können – unter rechtsstaatlichen Bedingungen, mit individuellem Verfahren, Rechtsschutz und der verbindlichen Einhaltung menschenrechtlicher Standards. Wer schutzberechtigt ist, muss Schutz erhalten. Wer keinen Schutzanspruch hat, muss konsequent zurückgeführt werden.

Das würde die irreguläre Migration deutlich unattraktiver machen und zugleich die Entscheidung darüber, wer nach Europa kommt, wieder stärker in die Hände der europäischen Politik legen. Heute entscheiden vielfach finanzielle Mittel, körperliche Belastbarkeit und die Bereitschaft von Schleppern darüber, wer es nach Europa schafft. Das ist weder human noch gerecht.

Migrationsforscher wie Gerald Knaus und Ruud Koopmans weisen seit Jahren auf genau diesen Weg hin: Asylverfahren in sicheren Drittstaaten, verbunden mit legalen und humanitären Kontingenten.

Eine Drittstaatenlösung muss deshalb mit sicheren und legalen Zugangswegen verbunden werden. Schutzbedürftige Menschen brauchen eine realistische Möglichkeit, ihren Schutzanspruch auf sicherem Weg geltend zu machen. Für Arbeitsmigration braucht es transparente und gesteuerte Einwanderungsmöglichkeiten.

Die EU muss jetzt die Voraussetzungen schaffen und entsprechende Abkommen mit geeigneten Staaten schließen. Dabei geht es nicht um die Übernahme der Politik einzelner Regierungen. Wir brauchen eine europäische Lösung, die Ordnung und Humanität miteinander verbindet.

Ceuta sollte dafür ein Weckruf sein: Wer gefährliche Fluchtrouten beenden will, muss legale Wege eröffnen – und zugleich klarstellen, dass irreguläre Einreise nicht der bestimmende Zugang zum europäischen Asylsystem sein kann.

Vert-Realos
27.08.2026